Wirkungsweise der Blutegel
Wenn sich der medizinische Blutegel an der Haut festsaugt, hält er sich in der Regel selbst an der vorgesehenen Applikationsstelle, sodass er während der Behandlung nicht zusätzlich fixiert werden muss. Die Sorge, er könnte sich über den Körper bewegen oder die Applikationsstelle verlassen, ist daher unbegründet. Lässt man den Blutegel nach Abschluss des Saugens von selbst ablösen, kann die Anwendung von etwa 30 Minuten bis zu mehr als zwei Stunden dauern. Die Dauer hängt vom einzelnen Blutegel, von der Applikationsstelle und vom gewählten Ansatz ab. Bei einigen Methoden der Hirudotherapie werden auch kürzere Applikationszeiten verwendet, weshalb die Dauer der Behandlung stets der Therapeut je nach gewählter Methode und individuellem Verlauf festlegt. Untersuchungen zeigen, dass der Blutegel einen Teil der bioaktiven Substanzen bereits in der Anfangsphase des Festsaugens abgibt, während einige Ansätze auch die Bedeutung eines längeren Kontakts des Blutegels mit dem Körper betonen. Daher kann die Dauer der Anwendung zwischen den einzelnen Methoden erheblich variieren.
Erfahrene Therapeuten beobachten während der Behandlung das Verhalten der Blutegel und die Reaktion der einzelnen Applikationsstellen. Solche Beobachtungen sind Teil des praktischen Wissens der Hirudotherapie, das sich über langjährige Erfahrung und die Arbeit mit medizinischen Blutegeln herausgebildet hat.
Ein häufiges Bedenken ist auch die Befürchtung, der Blutegel könnte sich nach dem Ende der Anwendung nicht ablösen wollen. Eine solche Sorge ist unnötig, da der Therapeut ihn bei Bedarf jederzeit mit einem geeigneten Verfahren sicher entfernen kann.

