Einführung in die Therapie
Bevor wir uns für eine Therapie mit medizinischen Blutegeln entscheiden, ist es wichtig, sich bewusst zu machen, dass es sich um ein ernstes und verantwortungsvolles therapeutisches Verfahren handelt. Für die meisten Menschen besteht die erste Herausforderung darin, die anfängliche Abneigung oder das Unbehagen beim Gedanken an Blutegel zu überwinden; die Erfahrung zeigt jedoch, dass dieses Gefühl in der Regel schnell vergeht.
Die Therapien mit medizinischen Blutegeln werden nach anerkannten fachlichen Richtlinien und unter Beachtung der grundlegenden Prinzipien des sicheren Arbeitens durchgeführt. Dennoch stellt jede Therapie eine gewisse Belastung für den Organismus dar, weshalb es wichtig ist, dass man sich angemessen auf das Verfahren vorbereitet und sich dafür ausreichend Zeit nimmt.
In einer Zeit, in der wir an schnelle Lösungen und sofortige Ergebnisse gewöhnt sind, vergessen wir oft, dass die Prozesse der Anpassung und der Wiederherstellung des Gleichgewichts im Körper in der Regel Zeit benötigen. Die Hirudotherapie ist daher nicht auf die Suche nach Abkürzungen ausgerichtet, sondern darauf, die natürlichen Prozesse des Organismus auf schrittweise und ganzheitliche Weise zu unterstützen.
Die Therapie selbst kann zusammen mit der Vorbereitung, dem Ansetzen der Blutegel und der Versorgung der Bissstelle bis zu zwei Stunden dauern. Wir empfehlen daher, für den Besuch ausreichend Zeit einzuplanen und sich nicht in Eile zur Therapie zu begeben.
Vor Beginn der Therapien empfehlen wir grundlegende Laboruntersuchungen des Blutes, vor allem die Überprüfung des Hämoglobins, des Eisens und anderer wichtiger Blutparameter. Auf Grundlage der Ergebnisse beurteilen wir, ob die Therapie für die betreffende Person geeignet ist. Bei ausgeprägter Blutarmut (Anämie) oder anderen erheblichen Abweichungen werden die Therapien in der Regel nicht durchgeführt.
Die Blutegel können je nach Zweck der Therapie, Anwendungsstelle und Reaktion der jeweiligen Person etwa 15 Minuten bis über eine Stunde angesaugt bleiben. Nach dem Entfernen beziehungsweise dem „Abkoppeln“ des Blutegels tritt in der Regel eine verlängerte Blutung auf, die ein normaler Teil des therapeutischen Prozesses ist und noch mehrere Stunden andauern kann.
Kommen Sie in bequemer Kleidung zur Therapie. Da die Verbände und die Bissstelle noch einige Zeit nach der Therapie geringe Mengen an Blut oder anderen Körperflüssigkeiten absondern können, raten wir vom Tragen besonders empfindlicher oder Ihrer Lieblingskleidung ab.

