Unsere Sichtweise
In den Jahren, in denen wir uns mit der Hirudotherapie beschäftigen, hatten wir die Gelegenheit, zahlreiche interessante und ermutigende Erfahrungen von Menschen zu begleiten, die sich für Therapien mit medizinischen Blutegeln entschieden haben. Zugleich haben wir festgestellt, dass eine einzelne Methode manchmal nicht ausreicht, um den Menschen und seine Herausforderungen ganzheitlich zu verstehen. Deshalb suchten wir fortwährend nach neuem Wissen und einem weiteren Blick auf die Prozesse, die Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen.
Ein besonderer Meilenstein auf unserem Weg war die Begegnung mit Professor Albert Ivanovich Krashenyuk in Sankt Petersburg. Genau dort erhielten wir die Möglichkeit zu einem vertieften Studium des systemischen Ansatzes der Hirudotherapie, den der Professor über Jahrzehnte hinweg durch Forschung, klinische Beobachtungen und praktische Arbeit entwickelt hatte.
Die systemische Methode der Therapie mit Blutegeln hat auch unser Verständnis der Homöostase, also des inneren Gleichgewichts des Organismus, maßgeblich geprägt. Sie hat uns gelehrt, dass viele Beschwerden nicht über Nacht entstehen und dass auch der Prozess der Rückkehr ins Gleichgewicht oft Zeit, Geduld und ein schrittweises Vorgehen erfordert.
Das Wohlbefinden eines Menschen wird von vielen Faktoren beeinflusst – von erblichen Veranlagungen und dem Lebensumfeld bis hin zu Gewohnheiten, Stress, der Denkweise und alltäglichen Entscheidungen. Deshalb sind wir der Überzeugung, dass es sinnvoll ist, den Menschen ganzheitlich zu betrachten und nicht nur durch einzelne Symptome.
Der medizinische Blutegel ist unserer Meinung nach ein außerordentlich interessantes therapeutisches Werkzeug, denn seine Wirkung umfasst zahlreiche Prozesse, die die Wissenschaft noch immer erforscht. Die Aufmerksamkeit der Forscher gilt den bioaktiven Substanzen im Speichel des Blutegels, aber auch weiteren Wirkmechanismen, die mit der Mikrozirkulation, dem Nervensystem und den Regulationsprozessen im Organismus zusammenhängen.

Bei unserer Arbeit sind wir oft Menschen begegnet, die sich rasche Lösungen für Beschwerden wünschten, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte entwickelt hatten. Die Erfahrung hat uns gelehrt, dass nachhaltigere Veränderungen in der Regel Zeit, Mitwirkung und Beharrlichkeit erfordern.
Deshalb widmen wir beim systemischen Ansatz schon zu Beginn der Erläuterung des gesamten Prozesses viel Aufmerksamkeit. Jeder Mensch entscheidet selbst, wie viel Zeit und Energie er seinem Fortschritt widmen möchte. Die Therapien zielen nicht auf Versprechen schneller Ergebnisse ab, sondern auf eine schrittweise Unterstützung des Körpers beim Herstellen eines möglichst guten Gleichgewichts und Wohlbefindens.
Wir sind überzeugt, dass gerade Geduld, Vertrauen in den Prozess und die Bereitschaft zu längerfristigen Veränderungen oft die wichtigsten Faktoren auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden sind.
