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Speichel des Blutegels

Im Speichel des Blutegels finden sich mindestens 120 verschiedene Substanzen. Viele davon sind noch unerforscht, doch es ist erwiesen, dass das Zusammenwirken der Eigenschaften des Sekrets aus den Drüsen des Blutegels synergistisch und heilend wirkt. Seit Hippokrates glaubte man, dass die Blutung der wichtigste Faktor bei der Behandlung sei. In den Jahren 1903/04 entdeckte und isolierte J. B. Haycraft einen gerinnungshemmenden Wirkstoff im Speichel des Blutegels und nannte ihn Hirudin. Heute wissen wir, dass die Blutung bei der Therapie von zweitrangiger Bedeutung ist; der wichtigste Faktor ist gerade der Speichel des Blutegels mit seinen aktiven Bestandteilen.

Hirudin: Es ist die bekannteste Substanz im Speichel des Blutegels. Es besteht aus 65 Aminosäuremolekülen. Es verhindert die Blutgerinnung durch selektive Bindung an die Blutplättchen. Bei der Bindung von Hirudin an die Blutplättchen entsteht eine passive Verbindung. Verbinden sich die Blutplättchen jedoch mit anderen Substanzen im Blut, bilden sie feste Polymere, die die Gefäße verstopfen und den Kreislauf zum Stillstand bringen können. Die Blutplättchen sind im Prozess der Homöostase äußerst wichtig, da sie die Blutgefäße bei deren Verletzung abdichten, und natürlich äußerst gefährlich, wenn größere Polymere in das Blut gelangen, da sie eine Hypoxie, Anoxie oder einen Infarkt verursachen können.

Calin: Verhindert die Blutgerinnung, indem es die Anlagerung von Kollagen über den von-Willebrand-Faktor blockiert. Dadurch verheilt die Wunde mehrere Stunden lang nicht (die Dauer der Blutung hängt von der Art der Therapie, der Applikationsstelle und der jeweiligen Person ab), was eine verlängerte Blutung und das Ausleiten von Toxinen über die Lymphflüssigkeit aus dem Körper ermöglicht.

Destabilase: Bewirkt eine rasche Auflösung von Blutgerinnseln, was zur Wiederherstellung des Blutkreislaufs beiträgt.

Bdelline: Haben entzündungshemmende Wirkungen und verringern Gewebeschwellungen.

Hyaluronidase: Erhöht die Viskosität und hat antibiotische Wirkungen. Ihr Verteilungsfaktor ermöglicht es den übrigen Substanzen aus dem Speichel des Blutegels, tiefer liegende Gewebe zu erreichen.

Egline: Eine Gruppe von Proteinen, die entzündungshemmend wirken.

Histaminähnliche Substanzen: Erweitern die Gefäße und ermöglichen einen besseren Blutfluss im Bereich des Bisses.

Anästhetische Substanzen: wirken mit einer lokalen anästhetischen Wirkung, sodass die Anwendung für die meisten Menschen nur wenig spürbar oder schmerzfrei ist.

I. P. Baskova entdeckte gemeinsam mit Mitarbeitern der Staatlichen Universität Moskau, dass mindestens drei Substanzen aus dem Speichel des Blutegels die Eigenschaften von Neurostimulatoren besitzen: Destabilase, Bdellastasin und Bdellin.

Blutegeltherapie