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Nachsorge

Wenn sich der Blutegel löst, bleibt auf der Haut eine kleine Wunde zurück, die noch mehrere Stunden lang bluten kann. Eine Blutung von 12 Stunden ist völlig normal, sie kann jedoch auch länger als 24 Stunden andauern. In der Regel kommt die Blutung am folgenden Tag zum Stillstand. Der Therapeut deckt die Wunde mit steriler Gaze oder Watte ab und überprüft nach einer Weile, wie die Blutung verläuft. Die Blutung ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie, und es ist sehr wichtig, dass sie von selbst aufhört, ohne Kompression. Die verlängerte Blutung dient der Reinigung der Wunde, und auf diese Weise vermeiden wir jegliche Möglichkeit einer Wundinfektion.

Am ersten Tag wird die Wunde grundsätzlich nicht neu verbunden, vielmehr werden über der Gaze weitere Verbände hinzugefügt. Nützlich sind auch saubere Handtücher, mit denen über die Verbände gewickelt wird. Über Gaze und Verbände können auch saugfähige Einwegtextilien gewickelt werden, wie Windeln, Damenbinden oder Wickelunterlagen.

Während der Blutung ist eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr nicht empfehlenswert, da dies die Lymphtätigkeit und eine zusätzliche Blutung anregen kann. Aufgrund des größeren Blutverlusts werden isotonische Getränke empfohlen. Sobald die Blutung jedoch zum Stillstand gekommen ist, ist das Trinken von gewöhnlichem Wasser in möglichst großen Mengen erwünscht.

Blutegeltherapie

Der Schorf, der sich auf der Wunde bildet, fällt nach etwa einer Woche ab. Um Schäden am Schorf zu vermeiden, ist es ratsam, die Wunde noch einige Tage zu schützen. Es genügt, die Wunde einige Tage lang mit einer Gaze, die mit einem Streifen festgeklebt wird, oder mit Pflastern abzudecken. Dies verhindert, dass die Wunde durch die Kleidung beschädigt oder der Schorf abgekratzt wird. Obwohl äußerst selten (statistisch 7 von 100.000 Therapien), treten Sekundärinfektionen auf, die nach einer Blutegeltherapie entstehen. Dies ist auch die häufigste Form von Komplikationen. Ihre Ursache liegt gerade in der Verletzung der Wunde durch Kleidung oder Fingernägel. In den ersten Tagen nach der Therapie ist das Baden in Schwimmbädern untersagt.

An der Bissstelle bleibt also eine kleine Wunde zurück, auf der sich in der gleichen Form ein Schorf bildet. Um die Wunde herum erscheint gewöhnlich ein dunkelblauer bzw. violetter Kreis von der Größe eines Fünf-Cent-Stücks. Je nach Hauttyp kann auch ein größerer Bluterguss entstehen – wie bei einem Stoß. Wenn der Schorf abfällt, kann an der Bissstelle, wie bei anderen Schürfwunden, eine Depigmentierung zurückbleiben. Diese verschwindet mit der Zeit gewöhnlich. Haut, die zur Narbenbildung neigt, kann ein Keloid entwickeln, weshalb bei Menschen, die dazu veranlagt sind, die Therapie nicht durchgeführt wird bzw. nicht an exponierten Körperteilen durchgeführt wird.
Um die Wunde herum kann für einen oder zwei Tage eine Schwellung auftreten. Diese kann besonders ausgeprägt an Körperteilen sein, an denen wenig Gewebe vorhanden ist – z. B. Gelenke, Finger. Der Patient wird an dieser Stelle ein Spannungsgefühl und Hitze verspüren, es kann jedoch auch eine Rötung auftreten. Während die Wunde heilt, tritt häufig ein (starker) Juckreiz auf, wie nach einem Mückenstich. Zur Linderung des Juckreizes und zur Kühlung der Wunde können wir Essig- oder Zitronenumschläge, Teebaumöl oder Cremes wie Kamagel oder Bepanthen verwenden.

Bei der Anwendung der systemischen Behandlungsmethode vermeiden wir Gewebeschwellungen, Hämatome, lange Blutungen und Ödeme sowie Juckreiz. Da es sich um die sicherste Methode der Blutegeltherapie handelt, wenden wir sie in den meisten Fällen an.